Stiftung etuna

Aufnahmeverfahren

etuna kasteln nimmt Kinder vom Kanton Aargau aus der Primarschulstufe und Sekundarstufe 1 bis maximal zum Abschluss der obligatorischen Schulzeit auf. Verfügt die Institution über freie Plätze, können auch Kinder aus angrenzenden Kantonen aufgenommen werden. Die Institutionsleitung prüft sorgfältig, ob wir den Bedürfnissen des Kindes gerecht werden können.

etuna kasteln ist bestens vorbereitet auf Kinder und Jugendliche

  • mit erheblichen sozialen Beeinträchtigungen, die auf sonder- und sozialpädagogische Massnahmen angewiesen sind.
  • mit schweren Beeinträchtigungen der Wahrnehmung und / oder der Aufmerksamkeit.
  • mit schweren Beeinträchtigungen der persönlichen Entwicklung und / oder der gesellschaftlichen Integration.
  • ohne kognitive Beeinträchtigungen.

Grundsatz

Das Fernziel einer Aufnahme ist die nachhaltige Reintegration neben der Förderung des Kindes. Deshalb stellen wir eine gute Zusammenarbeit mit allen für das Kind relevanten Personen ins Zentrum unserer Arbeit.

Vorabklärungen

Für einen Aufenthalt in etuna kasteln oder den anderen Institutionen der Stiftung etuna benötigen wir zwingend einen Abklärungsbericht mit einer entsprechenden Empfehlung von einer zuständigen Schulpsychologischen Fachstelle.

Erstkontakt

Die Eltern oder eine Fachstelle informieren sich telefonisch (056 444 22 00) über verfügbare Plätze und die Institutionsleitung klärt ihre ersten Fragen. Kann eine Aufnahme konkret ins Auge gefasst werden, melden die Eltern oder die Fachstelle das Kind mit dem offiziellen Anmeldeformular an. Danach erfolgt eine Einladung zum Vorstellungsgespräch. etuna kasteln muss vor dem Gespräch im Besitze des etuna-Anmeldeformulars und falls vorhanden dem Sonderschulbedarfnachweis vom SPD sein.

Vorstellungsgespräch

Zum Vorstellungsgespräch erwarten wir das Kind als Hauptperson, seine wichtigsten Bezugspersonen aus dem familiären Umfeld und die begleitende Fachperson des Schulpsychologischen Dienstes oder der Schulpflege. Sie erhalten einen Einblick hinter die Schlossmauern und gewinnen einen ersten Eindruck von unserer Haltung, unserer pädagogischen und therapeutischen Arbeitsweise und unseren Strukturen.

Die Institutionsleitung klärt mit dem Kind, den Eltern und anwesenden Fachpersonen den konkreten Auftrag. Erste mögliche Entwicklungsziele werden definiert.

Aufnahmeentscheid

Der Aufnahmeentscheid wird gemeinsam gefällt wenn

  • eine entsprechende Empfehlung der zuständigen Fachstelle vorliegt
  • die Eltern positive Entwicklungsmöglichkeiten für ihr Kind in etuna kasteln sehen
  • das Kind sich einen Aufenthalt bei uns vorstellen kann
  • etuna kasteln für die Bedürfnisse des Kindes angemessene Angebote zu Verfügung stellen kann

Kennenlerntage

Während einer 1-2 tägigen Kennenlernzeit erhält das Kind einen ersten Einblick in etuna kasteln. Es lernt das Angebot, die Kinder und Betreuungs- und Lehrpersonen kennen.

Vereinbarung / Eintritt

Die «Aufnahme, Betreuungs- und Schulungsvereinbarung» wird vor Eintritt des Kindes unterzeichnet. Sobald der verbindliche Zuweisungsentscheid der Behörde (Schulpflege) vorliegt, kann das Kind zum vereinbarten Termin eintreten.

Förder- und Betreuungsphasen

Das Instrument «Partizipative Prozessgestaltung» dient der ganzheitlichen Förderung und Betreuung in der Sonderschule und im Wohnbereich.

Wir unterteilen den ganzen Förder- und Betreuungsprozess in drei Phasen:

Eintrittsphase

Nach erfolgtem Eintritt soll das Kind ankommen und den Alltag in etuna kasteln kennen lernen. 

Wir nehmen uns Zeit anhand von verschiedenen Erlebnissen das Kind im Alltag zu erleben und kennen zu lernen. Zweiwöchentlich findet zwischen Wohnbereich und Klassenlehrperson der Interdisziplinäre Austausch statt. Bei diesem Abgleich wird die individuelle Entwicklung des Kindes stets zielorientiert überprüft.

Am Ende der Aufnahmephase (drei bis vier Monate) setzen sich unsere Fachpersonen für ein erstes Fördergespräch zusammen. Es dient der Klärung und Differenzierung des Auftrags, der Festlegung von Entwicklungszielen und der Interventionsplanung.

Nach spätestens sechs Monaten nach Eintritt findet das erste ordentliche Standortgespräch mit dem Kind und den Eltern statt.

Förder- und Betreuungsphase

Zur Förderung jedes einzelnen Kindes nehmen wir uns Zeit. Analog der Grundhaltung «so lange wie nötig» werden die Grobziele definiert. Ein regelmässiger Austausch mit Eltern, Bezugsperson und Kind dient der Reflektion der Entwicklungsschritte. Es gilt auch die individuellen Fördermassnahmen offen zu diskutieren. Neben der Journalführung dokumentieren wir unsere Arbeit im  halbjährlichen Standortbericht. Im Standortgespräch wird die Entwicklung kritisch ausgewertet. Das Kindswohl, der Auftrag und das permanente Überprüfen der Re-Integration werden am Standortgespräch thematisiert.

Die Zeitdauer eines Aufenthaltes muss allen Beteiligten bekannt sein. Verschiedene Interne und Externe Angebote helfen mit, dass eine Platzierung im Schulheim so kurz wie möglich und so lang wie nötig gehalten werden kann.

Eine Re-Integration muss genau geplant werden, unter Berücksichtigung des Potentials des Kindes. Je älter die Kinder werden, um so zentraler wird das Thema «erfolgreicher Schulabschluss» und «Berufsfindung». Der Entscheid für eine Rückkehr in die Familie und Regelklasse wird in einem Standortgespräch gefällt.

Austrittsphase

Gemeinsam mit den Eltern planen, gestalten und begleiten wir die Rückkehr in die Familie.

Der Austritt aus etuna kasteln beendet die Zusammenarbeit. Im letzten Standortgespräch erhält das Kind einen Austrittsbericht.

Nicht-Aufnahme oder Austrittsgründe

etuna kasteln bietet nicht jedem Kind das passende Angebot, welches es für seine Entwicklung benötigt.

Die Aufnahme in etuna Kasteln ist ausgeschlossen, wenn

  • das Kind akute psychopathologische Symptome zeigt
  • das Kind eine intensivere Betreuung (z.B. bei Selbstgefährdung, Suizidalität) benötigt, als sie das Schulheim Schloss Kasteln bieten kann
  • das Kind aus sozialen und anderen Gründen ein Betreuungsangebot braucht, das 365 Tage in Anspruch genommen werden kann
  • das Kind an einer Suchterkrankung leidet
  • das Kind gravierendes kriminelles Verhalten zeigt oder bereits entsprechend Straftaten begangen hat
  • das Kind körperlich und / oder geistig und / oder psychisch beeinträchtigt ist

Austritt

Ein Austritt aus etuna kasteln ist angezeigt, wenn

  • die Lernziele erreicht sind und eine Reintegration erfolgen kann
  • die obligatorische Schulzeit vorüber ist
  • es zu massiven Androhungen und Anwendung von Gewalt gegen Menschen (Erwachsene und Kinder) und Gegenstände kommt
  • wiederholte Diffamierungen oder Verunglimpfungen stattfinden
  • mit Suchtmitteln gehandelt wird und / oder deren Konsum während des Aufenthaltes im Schulheim Schloss Kasteln stattfindet
  • eine länger andauernde Stagnation in der Entwicklung eintritt
  • eine Abwendung des Kindes von den vereinbarten Entwicklungszielen (z.B. Selbst- und Fremdgefährdung, auftretende gravierende Kriminalität) vorliegt